Hans Joachim Nothelfer
(Präsident des Deutschen Golf Verbandes e.V. )
Iain Carter
(Golf Korrespondent der BBC )

1. Was wird die größte Herausforderung für Spieler beim Ryder Cup sein?


HJN: : Die größte Herausforderung ist die besondere Drucksituation im Matchplay. Über drei Tage hinweg fällt in jeder Paarung, an jedem Loch eine Entscheidung, die zum Ausgang des Turniers beiträgt.

IC: Die meisten Spieler würden sicherlich sagen, dass es der Abschlag vom ersten Tee auf Grund der Nervosität ist. Ich glaube schon, dass das stimmt. Jedoch muss die Herausforderung riesig sein, sich auf den speziellen Rhythmus der Foursomes und Fourballs, die sich stark von den Wettbewerben der Tour unterscheiden, einzustellen.


2. Was macht den Ryder Cup so besonders im Vergleich zu anderen Turnieren?


HJN: Der Ryder Cup ist einzigartig. Er hat eine bewegende Historie und ruft besondere Emotionen hervor. Bei keinem anderen Golfturnier sind Spieler und Fans so enthusiastisch und euphorisch. Darüber hinaus stellt es die europäischen Spieler vor die große Herausforderung als Mannschaft für den ganzen Kontinent anzutreten.

IC: Immer wenn eine Einzelsportart in dem sportlichen Umfeld eines Mannschaftswettbewerbs stattfindet, ergibt sich eine weitere Dimension zu dem Spiel. Das kann man beispielsweise auch im Tennis beim Davis Cup sehen. Der Wettbewerb gewinnt auch durch die jeweilige regionale Zugehörigkeit der Fans an Intensität. Das geht weit über die Unterstützung des eigenen Lieblingsspielers hinaus.


3. Welches Team hat Ihrer Meinung nach die besten Chancen auf den Sieg dieses Jahr?


HJN: Natürlich drücke ich dem europäischen Team und Martin Kaymer die Daumen und glaube, dass die Mannschaft leicht favorisiert ist. Mit Rory McIlroy, Henrik Stenson, Sergio Garcia und Justin Rose kommen derzeit vier der ersten fünf Spieler der Weltrangliste aus Europa.

BBC: Europa ist sicherlich ein vertretbarer Tipp. Sie haben den Heimvorteil und die USA haben auswärts seit 1993 nicht mehr gewonnen. Die europäischen Spieler, allen voran Rory McIlroy, haben die zweite Hälfte der Saison dominiert und nur wenige amerikanische Spieler befinden sich in Topform. Dustin Johnson ist auf Grund von persönlichen Problemen nicht mit dabei und Tiger Woods ist verletzt. Matt Kuchar und Jason Dufner schlagen sich zusätzlich mit gesundheitlichen Sorgen umher. Jedoch könnte Amerika sich die Rolle des Underdogs zu Nutze machen.


4. Wer wird Ihrer Meinung nach der herausragende Spieler des Ryder Cup?


HJN:Der Ryder Cup ist ein Mannschaftswettbewerb und daher ragt auch der Teamerfolg heraus, aber Martin Kaymer hat bereits mit seinem entscheidenden Putt 2012 in Medinah bewiesen in Drucksituationen seine optimale Leistung abzurufen. Gerne kann sich dieses Ereignis wiederholen.

IC: Das ist sehr schwer zu sagen. Wird McIlroy so dominant spielen, wie er es auf der Tour dieses Jahr gemacht hat? Das wird sicherlich schwierig, da die USA alles daran setzen wird gegen ihn moralisch wichtige Siege einzufahren. Ich könnte mir vorstellen, dass Sergio Garcia sicherlich einen erfolgreichen Ryder Cup spielen wird, da er dieses Jahr über weite Strecken sein Potenzial abrufen konnte und normalerweise gerade im Mannschaftsverband zur Hochform aufläuft.


Chris Brown (1. Assistant Greenkeeper auf dem Golfplatz des Gleneagles Hotel)

1. Können Sie uns etwas über den Kurs sagen, was wohl die Wenigsten wissen werden?

Als Vorbereitung für den 40. Ryder Cup im September wurden in den vergangen zehn Jahren nicht weniger als neun Löcher umgestaltet.

2. Was wird die größte Herausforderung sein?

Wenn das Wetter sich so wie heute verhält, dann wird die Fähigkeit sich schnell auf die wechselhaften Bedingungen einzustellen eine große Rolle im Ausgang vieler Begegnungen spielen.

3. Welche Tipps würden Sie Golfern für den Kurs geben?

Präzision ist ein absolutes Muss; gerade vom Tee. Die engen Fairways und dichten Roughs werden den Spielern alles abverlangen. Verunglückte Schläge werden hier leicht von den Roughs bestraft. Spieler, die es schaffen den Ball auf dem kurzen Gras zu halten, werden mit Sicherheit einen Vorteil haben.